Zen und die Kunst des Gebens…

3Jahre-ahb2Wer schon in Thailand war oder einem der vielen anderen buddhistischen Länder Asiens, der wird die meist jungen Mönche in ihren orangefarbenen Gewändern gesehen haben, die sich ihre Schalen mit Essen durch die gläubigen Anwohner tagtäglich füllen lassen. Was hier nach religiöser Pflicht aussieht, sollte immer auf Freiwilligkeit beruhen – wie z. B. das freiwillige „Almosen“-Sadaka im Islam. Geben ist deshalb ein Privileg, und nicht umsonst sagen wir in Anlehnung an gottgefällige Zeiten und jenes Buch der Bücher: „Geben ist seliger als nehmen“. Halt ein Privileg derer, die über einen positiven inneren Quell verfügen und dadurch aus dem Vollen schöpfen können. Dabei ist eine gelöste Sinnfrage (religiös oder philosophisch) für den Gebenden eine Grundvoraussetzung, quasi die Basis für ein positives Verhältnis zur Welt, die ich durch mein So-Sein beschenke und von ihr gleichzeitig beschenkt werde. Hier fließen die Energien so, wie sie im natürlichen Kontext fließen sollen, wäre da nicht die menschliche (Macht-)Gier und der damit einher gehende Egoismus. Egoismus ist also immer abträglich, wenn es um die Lösung der eigenen (Lebens-) Sinnfrage geht und ein Hinweis auf die hinter dem Egoismus verborgene vielschichtige Angst. Beides, Egoismus und Angst, sind Sinntöter!

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Zen und die Kunst des Bogenschießens…

Diese kleine Schrift des deutschen Professors Eugen Herrigel aus dem Jahr 1948 habe ich vor mehr als drei Jahrzehnten begeistert gelesen und das Büchlein vor wenigen Tagen erneut bestellt um es einem Freund zu schenken – diesem hatte ich kürzlich schon einen Sportbogen geschenkt, jetzt folgt quasi der geistige Unterbau hinterher. Herrigels Büchlein war auf Deutsch und 1953 in englischer Übersetzung erschienen und so erfolg­reich, daß es bereits 1956 ins Japanische über­setzt wurde. Eugen Herrigel (1884–1955) hielt sich von 1924–1929 in Japan auf und er lebte dort vor allem in Sendai, wo er als Gast­professor für deutsche Philo­sophie an der dortigen Universität (wahrscheinlich auf Deutsch) Vorlesungen hielt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fing mit dem Kultbuch „Zen und die Kunst sein Motorrad zu warten“ eine ganze Serie von „Zen und die Kunst des…“ an. Ich selbst habe damals auf Zypern einen unvollendeten Roman mit dem Titel: „Zen und die Kunst des Reisens“ angefangen zu schreiben. Auf meinen Reisen habe ich dann hin und wieder von der Anfangsgeschichte dieses Zen-Reiseromans erzählt und alle sagten mir: „Du mußt die Geschichte fertig schreiben! Ich nehme in jeden Fall ein Exemplar!“ Aber mit dem Romanschreiben ist das so eine Sache, sie erfordert viel Konzentration und darüber hinaus muß man sich während des Schreibens ganz von der Welt zurück ziehen. Das gelang mir immer nur zeitweilig. Will das Leben doch zuerst gelebt werden und erst hinterher kann man darüber schreiben – oder es auch sein lassen. Übrigens hat all das hier direkt oder indirekt mit der Sinnsuche zu tun und kommt deshalb auf diese kurzweilig-plaudernde Art daher ohne belehren zu wollen…

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