Im Anfang war der Sinn

assisi86Zum Denken bedarf es einer Sprache und ich bin froh nicht in binärer Logik wie ein Computer/Rechner ganz ohne Gefühl zu funktionieren. Deutsch ist eine ausgezeichnete Sprache zum Philosophieren und Sprache bildet nicht nur die Welt ab, sie vermag auch gedachte Welten und Sinn zu schaffen. Ohne eine hoch entwickelte Sprache, so meine These, kann es auch keinen hoch entwickelten Sinn, kein hoch entwickeltes Verstehen der Welt in ihrer Komplexität geben. Auch Tiere verfügen über das Instrument der Sprache, nur ist ihre jeweilige Sprache (z. B. der Gesang der Vögel und Wale) eine Gefühlssprache, die also augenblickliche Gestimmtheiten des tierischen Lebewesens widerspiegelt bzw. kommuniziert. Ich schreibe dies als Einleitung zu dem, worum es mir heute tatsächlich geht: Sprache als Erfindung des Göttlichen. Auch wenn die Bibel im Abendland nicht mehr die Bedeutung hat, die sie vor ein paar Jahrhunderten in Europa hatte, so möchte ich mich doch mit der Anfangs-Stelle darin aus dem Johannesevangelium beschäftigen, jenem tiefgründigen Prolog in der Form eines strophischen Liedes (1,1–18 EU):

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