Für mich besteht die Lebenskunst auch darin…

BPDream…sich ganz und gar auf einen anderen Menschen einzulassen – was wohl nur wenige Menschen können oder wollen, da es zu sehr mit einem Risiko verbunden ist; Mit Einlassen meine ich auch auf die Gefahr hin enttäuscht zu werden, endet doch jede Täuschung mit einer Enttäuschung, was ich für gut und akzeptabel halte! Aber man programmiere seine Enttäuschung nicht vor und gehe ohne Selbsttäuschung, und deshalb völlig unbefangen, an diesen anderen Menschen heran. Ein alter Freund hatte die Angewohnheit hinter derartigen Erklärungssätzen immer floskelhaft die Frage zu hängen: „Verstanden was ich meine?“ Also ganz einfach: unbefangen, angstfrei und vollkommen auf den anderen einlassen, ohne ein „eigentlich“ oder andere Hintertürchen, Sicherheitszonen und dergleichen mehr einzubauen. Wer kann das schon, wer traut sich das? Schon mal was von Echtzeit gehört? Natürlich, wer hat das nicht, aber was ist Echtzeit? Ist deine Lebenszeit nicht immer Echtzeit? Dann benutze sie auch wie Echtzeit und höre auf eine Rolle zu spielen, just be yourself, sei echt in deiner Echtzeit! Ich merke schon, wohin der Zug des Lebens jetzt fährt: In Richtung Lebenskunst! Das nächste Buch – hat es nicht schon angefangen sich selbst zu schreiben? – wird vom Thema Lebenskunst handeln und, wer möchte, darf hier gern über seine eigene Lebenskunstpraxis berichten. Weiterlesen

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On The Rainy Side Of The Street

19Es gibt nicht nur ein geistiges Auge, nein, es gibt auch ein geistiges Ohr – metaphorisch gesprochen, gedacht und aufgeschrieben. Vor meinem inneren (geistigen) Ohr höre ich die Melodie eines uralten TV-Werbespots aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts – wie sich das immer anhört. Sind wir alle schon so uralt geworden?! Nicht jede Frage kann hier befriedigend (allein) geklärt werden und deshalb zurück zur Innen-Ohr-Melodie und ihrem Text: „Nichts geht über Bärenmarke, Bärenmarke zum Kaffee!“ Ist die Melodie noch geläufig? Nur vor meinem geistigen Ohr wird hier der Text leicht verändert auf: „Nichts geht über Dauerregen, Dauerregen sooo ein Schmäääh!“ abgespult, weil es hier tatsächlich heute den zweiten Tag ununterbrochen regnet. Ich wohne unterhalb der „Teufelsmauer“, also noch im Königreich (Paradies?) des Teufels mit Internetzugang, in einer mittelgebirgigen Gegend mit niederer Homo-Sapiens-Population. Durch dieses Mittelgebirge ging vor ein paar Jahrzehnten noch eine andere Mauer, die ein „Eiserner Vorhang“ war, der damals die Welt in ein Diesseits und ein Jenseits der Teufelsmauer teilte. Die Bewohner des jeweiligen Teils hielten sich meist für die Bewohner des Paradieses (der Hölle?), heute haben viele ihren Irrtum erkannt – wozu auch gehört das vermeintliche Paradies auf der damals anderen Seite heute differenzierter zu sehen oder gar seinen eigenen Irrtum zu erkennen. „Nichts geht über Dauerregen…“, Text und Melodie spielen weiterhin im Hintergrund ihre untergeordnete Rolle und auch das Prasseln des Regens kommt nur im Hintergrund vor. Ich werde durch Regen – auch Dauerregen, „Dauerregen sooo ein Schmäääh!“ – nicht depressiv, macht mich dieser Dauerregen, vielmehr versetzt er mich in einen anderen Bewusstseinszustand, einem höheren, wenn man so will. Schamanen wissen, wovon ich spreche, denn auch sie leben in den unterschiedlichsten Bewusstseinszuständen und können diese blitzschnell verlassen oder wechseln wie ein Chamäleon seine Hautfarbe. Wichtig ist jedoch die Versenkung des Geistes in einen solchen Dauerregenzustand – nicht zu verwechseln mit jenem heute üblichen Dauererregungszustand, den ich als pathologisch zu bezeichnen geneigt bin. Ein Dauerregenzustand könnte da schon ein Therapieansatz sein und ich möchte diese beiden Zustände einmal wortwörtlich nebeneinander stellen: Dauererregungszustand versus Dauerregenzustand. Wenn die Mama depressiv ist helfen nur Mothers Little Helper. Stimmungsaufheller sind eine gute Kapitalanlage! Wie fühlt sich das an? Für welche Regen-Seite möchtest Du Dich, sorry, möchten SIE sich entscheiden? Unentschlossenheit gilt hier nicht und ist also keine Option für die große Masse der stets Unentschlossenen und/oder Nichtwähler On The Rainy Side Of The Street.

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Des Dada Lamas Suche nach dem verlorenen Sinn

cover_tbt4Unweit vom wiedervereinigten Berlin liegt in östlicher Richtung, kurz vor der Grenze zu Polen, das Oderbruch. In einem der dort gelegenen kleinen Dörfer hat ein stadtneurotischer Freund vor sieben Jahren aus Gründen der Eigentherapie einen Bauernhof aus dem 19. Jahrhundert gekauft, auch wenn der Begriff eher stark untertrieben ist – fast geschenkt hatte er ihn damals bekommen. Ein Haupthaus mit 120 qm Wohnfläche nebst einem ehemaligen Fachwerk-Stallgebäude und einer großen Scheune und zwei kleinen Schuppen, die sich zusammen um einen verwilderten großen Innenhof gruppieren, der ein verwildertes Biotop mit einigen Schatten spendenden Bäumen ist. Dort jubiliert jetzt Tag und Nacht eine unermüdliche Nachtigall, die mir anfangs etwas den Schlaf raubte. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und gewöhnt sich an vieles. Der ehemalige Bauernhof liegt an der Straße nach Altreetz und ihm gegenüber liegt auf der anderen Straßenseite der verwilderte Friedhof, auf dem keine Menschen mehr beigesetzt werden. Er ist bereits „voll“ mit Verstorbenen aus dem 20. Jahrhundert belegt, ein Friedhof ohne Friedhofsordnung und dementsprechend verwildert. Die Natur hat dort wieder ihr angestammtes Recht eingefordert und einen harmonischen Zustand geschaffen, den meine Seele liebt. Als Kontrast zum Friedhof befindet sich auf der Stirnseite des über 2000 qm großen Grundstückes ein Jungbullenstall, die sich tagsüber vor dem Stallgebäude aufhalten und einander notgedrungen homoerotisch bespringen. Aber das geschieht eher leidenschaftslos und aus der Not heraus geboren. Mein Freund ist mit seiner Pianistenfreundin bereits wieder nach Berlin zurückgekehrt und ich halte hier derweil allein bis zum kommenden Wochenende die Stellung und faste. Fasten reinigt bekanntlich Körper und Geist, was ich für unabdingbar halte, will ich mich doch noch einmal neu erfinden. Am kommenden Sonntag werde ich für mich selbst unglaublich (unglaubwürdig?) 60 – in Worten: sechzig! – Jahre alt! Zwilling, Aszendent Schütze und nach dem chinesischen Horoskop (Feuer-)Hahn. Dieser Feuerhahn* gibt sich nur alle sechzig Jahre die Ehre und ich ward also 1957 im Jahr des Feuerhahns geboren und erlebe in diesem Leben letztmalig und erstmalig bewusst ein solches Feuerhahnjahr! Mit anderen Worten: Es hat eine unvergleichliche Erlebnisdichte, von der dieser Text hier Zeugnis ablegen soll. Übrigens ist meine jüngste Tochter Francesca-Anais, geboren 2005, ein weiblicher „Hahn“. Weiterlesen

Auszug aus dem Schlusskapitel (Teil 2)

Du hast keine Chance, aber nutze sie!

kanzel-002Noch ein letztes Mal zurück zum Anfang, zu meinem persönlichen Lebensanfang, jenem Zufall, dem ich mein Leben zu verdanken habe! Aber soll sich Lebensfreude aus dem Gefühl der Dankbarkeit speisen? Freude soll jenseits aller Erklärung einfach nur Freude sein! Wer diese Lebensfreude aber nicht hat, der kann und will dem Leben auch nicht dankbar sein – hat mich (uns?) dieser Gedankengang jetzt irgendwie weiter gebracht? Die Antwort auf diese Frage magst Du Dir jetzt oder später selbst geben. Schlussendlich sind wir aber alle in dieses Leben geworfen worden, jeder wuchs unter anderen Bedingungen auf, guten und schlechten, jeder musste seinen eigenen Weg innerhalb seiner Bedingungen finden und den daraus resultierende Sinn – was immer eine Sinn-Gebung war und noch immer ist! Jenseits der viel zitierten post(umen) Moderne gibt es noch immer mehr Menschen, die ihr Leben einem Gott anvertrauen – dabei kommt es genau auf dieses „Vertrauen“ an! Wer jedoch nicht vertrauen kann, der ist zur Liebe untauglich! Wir postmodernen Menschen aus überfütterten Konsumnationen leiden unter der Entfremdung, unserer eigenen Denaturierung dem wahren Leben gegenüber, was sich häufig in Sinnleere äußert, in Depression, Selbstzerstörung und Süchten!

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Auszug aus dem Schlusskapitel (Teil 1)

affentodexxlMein Resümee: Um eine wirkliche Aussage über das Leben machen zu können müsste ich mehrere Leben gelebt haben – auch u. a. als Berggorilla, Kaiserpinguin und Bienenkönigin.

Ich will trotzdem am Ende dieses Buches versuchen eine Art Resümee zu ziehen und versuchen nur von dem auszugehen, was mir persönlich bekannt ist. Dazu gehört meine Ankunftszeit auf meinem Heimatplaneten Terra Titanic – wie ich ihn insgeheim nenne. Ursprünglich funktionierte dieses High-Nature-Tech-Raumschiff quasi in einem sich selbst modifizierenden Autopilot-Modus, der in seiner überpersönlichen Natur als göttlich-genial als genial bezeichnet werden muss. Arten kamen, entwickelten sich und verschwanden u. U. wieder, aber das Leben in seiner Fülle starb niemals auf unserem Heimatplaneten, unserem fliegenden Paradies. Dann tauchte in unserer Geschichte der Affen-Mensch auf, der zum nackten Affen wurde, sich bekleidete und anfing seine Welt zu erkennen und die Naturgesetze, die er sich dann mittels immer komplizierter werdenden Werkzeugen und Maschinen zu Nutze machte.

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