Stop making sense…

CollageAuf meiner persönlichen Sprachbrache liegen Wert- und Worterschöpfung dicht beieinander, fast in trauter Eintracht, lieber unbekannter Freund. Selbstredend, Sie denken vielmehr nicht in eingefahrenen Bahnen, bewegen sich nicht auf ausgetretenen Wegen, die ihnen niemals sicher erscheinen und meiden Menschenansammlungen wie von den Anonymen Alkoholikern (AA & State Department) empfohlen. Auch ich umfahre diese Menschenmassen immer weitschweifig und -läufig, fahre in jenem seltsam aussehenden indischen Taxi mit taubstummen Fahrer aus Absurdistan durch den Schengen-Raum der unbegrenzten Möglichkeiten. Der ständig steigende Preis auf dem Taxameter wird in Jahren und hinter dem Komma in Monaten, Wochen und Tagen angezeigt. Was auf dem Taxameter steht ist für mich selbst schier unglaublich und unser gemeinsames Fahrtziel, liebe Freunde/Feinde/Zeitgenossen, soll ohne einen Burnout der Worte, ohne Selbst- und Sinnerschöpfung erreicht werden – so die Theorie!

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„Im Augenblick ankommen…“

AWiese
– Über den Sinn des Lebens und das Ankommen im Sein…
Von F.-R. Evertz 

Plötzlich ging ich ganz und gar im Augenblick auf, waren all meine Sinne mit ihm verbunden, mit dieser Sommerwiese, ihrem befreienden würzigen Duft, dem Summen der Bienen, dem Vogelgezwitscher, dem Himmel über mir. Ich schmeckte einen Grashalm im Mund und spüre den lauen Sommerwind auf meiner Haut, höre ihn, wie er die Blätter und Zweige der nahen Trauerweiden am Fluss bewegt: ich bin eins mit diesem Moment und habe aufgehört zu denken, zu hoffen, zu erinnern. Ich bin ganz und gar mit diesem Augenblick verschmolzen, ich bin JETZT, in diesem Augenblick ganz ICH SELBST! Dieses so einfach anmutende Sein ist vielleicht mit die höchste Form des Seins überhaupt, die ein Tier auf ganz natürliche Seins-Art täglich, stündlich, ganz einfach permanent lebt – wahrscheinlich selbst in industrieller Massentierhaltung. Nur wir Menschen haben uns aus dieser Natürlichkeit, dem augenblicklichen Sein, auf eine andere, angeblich höhere Seins- und Evolutionsstufe katapultiert, die uns leider mehr von uns entfremdet als uns wirklich höher, schneller, klüger und weiter gebracht hat! Das ist eine ganz knappe und niederschmetternde Zivilisationskritik, mehr als das: es ist eine Kritik an der Menschheit, die sich in gewissen dominanten Hochkulturkreisen für die Krone einer göttlichen Schöpfung hält, die sich selbst auf teuflisch geniale Art tagtäglich zerstört und somit am eigenen globalen Ast Ihrer degenerierten Thanatos-Evolution sägt, auf dem wir nackten Affen des 21. Jahrhunderts alle sitzen – einige von uns gewandet in teurem Zwirn, andere halb verhungert und tatsächlich nackt und um ihr wertloses Überleben kämpfend. Wer in dieser ökonomisierten Welt über keine Kaufkraft verfügt ist für den Markt wertlos und somit, so ihm kein Wunder widerfährt, seinem gnadenlosen Untergang geweiht…

FrankyErleuchtung

Der Mensch hat sich somit vielerorts von sich selbst entfremdet oder es wurde ihm die Welt entwendet und dadurch ihm entfremdet. Seine daraus resultierende und absurd scheinende Suche nach dem ihm eigenen individuellen Sinn des Lebens, das ihm einmalig geschenkt wurde, muß vom Sinnsucher als existentielles Vakuum mit Sinn erfüllt werden – den aber muß er selbst erzeugen! Ganze Gesellschaften von Artgenossen sind dabei auf dem Holzweg des Habens oder Mehr-Haben-Wollens, welches das Sein mehr und mehr ausschließt oder ganz verhindert. Gier, Geiz und Angst werden dabei zur dominanten Triebfeder eines verunglückten Seins, einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, die diese Verunglückten des Habens selbst schufen. Dabei kann der Sinn des Lebens nur als Sinn des Seins verstanden und gleichzeitig (als Wunder) empfunden werden. Verstehen und Empfinden müssen hier im Augenblick vereint gleichberechtigt Hand in Hand gehen, im Augenblick aufgehen – so die Umstände dafür zureichend sind. Aber auch das Tier ist unter industriellen Bedingungen der Massentierhaltungen dazu in der Lage nur im Augenblick zu sein: leidend oder glücklich – also sollten auch wir seltsamen Tiere sinnlos oder sinnvoll leiden und glücklich sein können….

Dies ist nur der Anfang meines Versuches über den (Un-?) Sinn des Lebens zu philosophieren, hier einen Anfang zu machen…

Also sprach für heute
mit herzlichem Gruß

yours frankly

Frank 7th Dada-Lama