Eine andere Welt…

Ich war an diesem 1. September sehr früh aufgestanden, hatte mich geduscht, rasiert und eine große (Thermos-)Kanne Kaffee gekocht, die ich zusammen mit einer Schale Weintrauben auf meine Terrasse stellte. Gegen 6.45 h wollte jemand bei mir vorbei kommen der leidenschaftlich gern Kaffee trank. Ich hatte dann noch eine Kleinigkeit zu mir genommen und einen Milchkaffee getrunken, als ich mich noch einmal hinlegte. Einige Zeit darauf muss ich dann wohl eingeschlummert sein. Dann kam der Moment des Brackwassers, dort, wo ein Fluss ins Meer mündet und sich Süß- mit Salzwasser zu Brackwasser mischt. So nenne ich diesen Moment, wo sich Traum und Wirklichkeit mit einander vermählten und einen sonderbaren Bewusstseinszustand zaubert. In solch einem Moment des langsamen Erwachens sind wir noch tief genug im Traum um ihn tief zu empfinden und seine geheimen Bilder und Empfindungen mit ins Tagesbewusstsein rüber zu retten. Weil dies heute der Fall war, schreibe ich jetzt diese Zeilen um sie dann in meine virtuelle Flaschenpost zu stecken, die ich später mit weit ausholender Bewegung ins World Wide Web schleudern werde, hoffend, vielleicht von dir gefunden zu werden…

FrauEngelWasserErwarte nicht zu viel von meinem Traum, dessen Ende ich nur erinnere, quasi seine letzte Sequenz, die in einem schattigen Hohlweg in einem muslimischen Land spielte, wo man noch Lasten auf Eseln transportiert und die Moderne noch nicht eingezogen ist. Mir kam ein alter Mann auf dem Hohlweg entgegen der neben seinem Esel lief, der mit einem Sack bepackt war. Gefühlsmäßig muss es wohl spätnachmittags gewesen sein und ich war nicht der, der ich sonst im Diesseits war und doch war ich ICH selbst, nur in einer anderen Variante, die meist verborgen blieb und nur im Traum „wirklich“ war, intensiver als die schnöde Wirklichkeit des Diesseits, weil sich alles im Traum ereignen konnte und so viel reicher war mit seinen Bildern und Empfindungen. „Salem aleikum“ sagte ich und berührte dabei mit der rechten Hand meine Stirn, als der alte Mann mit seinem Esel kurz vor mir war. Ich hatte dabei mein Haupt gesenkt um meine Ehrerbietung diesem älteren Mann zu zeigen, der mit einer wohltönenden und gereiften Stimme „Aleikum salem“ erwiderte und plötzlich spürte ich seine schwielige und doch weiche Hand auf meinem Arm, schaute auf und sah in seine leuchtenden Augen. Ich spürte ein Verstehen wie noch nie zuvor und tauchte langsam an die Oberfläche des Diesseits, quasi gegen meinen Willen und krampfhaft versuchend dieses All-Verstehen fest zu halten, es zu retten, es in Worte zu kleiden, in schillernden Sinn, der die Kraft hat den Geist zu erleuchten. Aber im diesseits der Welt würde das an ein Wunder grenzen und Wunder können sich wohl nur im Traum ereignen. Mir wurde klar was geschehen war, in was für einer Welt ich lebte, die laut willkürlicher Zeitrechnung sich im 21. Jahrhundert wähnt und noch immer Religionskriege führt – mit ungleichen Waffen und Gesinnungen versteht sich. Eine kleine Gruppe hatte ihn vom Zaun der Weltgeschichte gebrochen, weil ihnen ein Feind abhandengekommen war. Nach dem Ende des kalten Krieges machte die Aussicht auf einen ewigen Frieden für jene keinen Sinn, die mit Macht und Waffenproduktion ihren Mammon nährten – aber vergib mir diesen Erklärungsansatz, Erklärungen sind müßig und wer Augen hat, der sehe selbst…

Mein Wunsch ist einfach: Möge diese Welt des Schreckens sang- und klanglos unter gehen wie die UdSSR, ohne großes Feuerwerk und dem Neuen Platz machen, dass da kommen will. Der neue Geist ist aufgewacht und er wird in die Welt einziehen, so wahr du diese Zeilen verstanden hast. Seien wir also guten Mutes und sprechen wir aus, was wir wirklich denken und empfinden,

9a500-frank2herzlichst

yours frankly

Frank

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