Im Anfang war der Sinn

assisi86Zum Denken bedarf es einer Sprache und ich bin froh nicht in binärer Logik wie ein Computer/Rechner ganz ohne Gefühl zu funktionieren. Deutsch ist eine ausgezeichnete Sprache zum Philosophieren und Sprache bildet nicht nur die Welt ab, sie vermag auch gedachte Welten und Sinn zu schaffen. Ohne eine hoch entwickelte Sprache, so meine These, kann es auch keinen hoch entwickelten Sinn, kein hoch entwickeltes Verstehen der Welt in ihrer Komplexität geben. Auch Tiere verfügen über das Instrument der Sprache, nur ist ihre jeweilige Sprache (z. B. der Gesang der Vögel und Wale) eine Gefühlssprache, die also augenblickliche Gestimmtheiten des tierischen Lebewesens widerspiegelt bzw. kommuniziert. Ich schreibe dies als Einleitung zu dem, worum es mir heute tatsächlich geht: Sprache als Erfindung des Göttlichen. Auch wenn die Bibel im Abendland nicht mehr die Bedeutung hat, die sie vor ein paar Jahrhunderten in Europa hatte, so möchte ich mich doch mit der Anfangs-Stelle darin aus dem Johannesevangelium beschäftigen, jenem tiefgründigen Prolog in der Form eines strophischen Liedes (1,1–18 EU):

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On The Road…

frafeldxl2Unterwegs traf ich einen anderen Wanderer, der sehr viel älter war als ich und trotzdem einen guten Schritt am Leibe hatte. So gingen wir ein Stück des Wegs gemeinsam durch die Natur. Auch seine Stimme war sehr angenehm und mit der sagte er zu mir während einer kurzen Rast auf einer schönen Waldlichtung: „Wir Wanderer sind darin geübt, Liebeswünsche gerade um ihrer Unerfüllbarkeit willen zu hegen und jene Liebe, welche eigentlich dem Weib gehört, spielend zu verteilen an Dorf, Berg, See und Schlucht, an die Kinder am Weg, den Bettler an der Brücke, das Rind auf der Weide, den Vogel, den Schmetterling. Wir lösen die Liebe vom Gegenstand, die Liebe selbst ist uns genug, ebenso wie wir im Wandern nicht das Ziel suchen, sondern nur den Genuss des Wanderns selbst, das Unterwegssein.“

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Es gibt zwei Arten von Ballast,

asysiphuszum einen die Ballaststoffe in der Nahrung, die gut für den Darm sind und für guten Stuhlgang sorgen. Andererseits gibt es den Ballast der Dinge und darüber will ich heute etwas schreiben. Wie in einem Heißluftballon muss man Ballast abwerfen um in geistige Sphären aufsteigen zu können. Übrigens macht die dünne Luft da oben „natural high“ und der Körper sorgt ganz von selbst für die Endorphine, körpereigene und deshalb kostenlose Glückshormone. Und dann die Aussicht dort oben über den Wolken, wo die Freiheit unendlich erscheint – spektakulär! Wer dann in der Gondel nicht allein ist, von einem einzigartigen Menschen (im Prinzip jeder, aber…) begleitet wird, der/die schätze sich glücklich im Augenblick angekommen zu sein! Darin besteht wirklich die höchste Kunst und ich schrieb bereits darüber einen kleinen Essay. Heute geht es jedoch um etwas, was zum Ankommen im Augenblick, zur unerträglichen Leichtigkeit des im Augenblick Ankommens beiträgt: Ballastfreiheit – meine Wortschöpfung des Tages! Ein weiser Philosoph – sollte nicht jeder Philosoph weise sein? – sagte einmal: „Desto weniger ich brauche, umso reicher werde ich.“

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Die Scheherazade des 21. Jahrhunderts ist eine Drag-Queen,…

eulegirlxldie in Tausendundeiner Nacht um den seidenen Faden der Aufmerksamkeit kämpft, an der ihr einmaliges Leben hängt. Ihr Geist ist selbstverständlich hellwach dabei und sie scheut die anderen KonkurrenzsenderINNEN nicht, die viel geistigen Müll verbreiten. Mir will manchmal scheinen, liebe Freunde, Feinde, Zeitgenossen, unser schöner Planet Terra Titanic ist bereits zur gigantischen Müllhalde dadurch geworden – was auf der einen (Sonnen-?)Seite nicht stimmt. Tatsächlich geht es um eine andere Sicht- und Denkweise und die damit verbundene geistige Nahrung. Daran herrscht im Prinzip kein Mangel, muss man doch nur wissen wo zu suchen und die geistige Trüffel zu finden sind. Auf einmal finden wir gemeinsam so viel Hoffnung (geistige Aussicht), um davon dem Rest der Welt abgeben zu können. Verstehen geht vor Vergehen, lautet kurz gefasst das Motto dieser unverkäuflichen Hoffnung. Man muss sie sich schon selbst erarbeiten, im stillen Kämmerlein mit oder ohne Internetanschluss, auch Bücher und Gespräche können hierbei zielführend sein. Aber diese Hoffnung gibt es tatsächlich nicht wirklich gratis, sie erfordert in jedem Fall Zeit, Konzentration und Arbeit! Unbezahlte Überstunden sind nicht jedermanns Sache und ich freue mich über jeden, der überhaupt bis hierhin ohne ADHS-Probleme gelangt ist. Jetzt fangen wir nämlich an unsere Konzentration richtig hoch zu fahren und unsere Sprache weiter zu verfeinern. Wir denken mittels Sprache, Punktum. Deshalb sind Sprache und Denken an sich Werkzeuge der Welterkennung und Verarbeitung, die unser Überleben sichern sollen. In degenerierten Zeiten der Dekadenz, die fließend in die Krise bzw. den darauffolgenden Niedergang einer Kultur übergeht, ist auch die Sprache degeneriert bzw. das damit zusammen hängende Denken. Die davon Betroffenen können ihren tatsächlichen Standort und den Zustand der Welt nicht mehr realistisch erkennen und sind somit ihrem heraufziehenden Untergang geweiht. Diese Todgeweihten dürfen uns nicht wirklich leidtun, denn sie sind Teil des heutigen Problems, der heutigen Krise mit ihrem Maximum an ungelösten Problemen.

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Es geht um den Sinnjackpot, der von dir geknackt werden möchte…

wüstenfrau

Egoismus und Sinnfindung? Auf den ersten Blick eine seltsame Frage, die jedoch zwangsläufig weitere Fragen nach sich zieht. Häufig kann man den Begriff Sinn einfach mit „Ziel“ ersetzen und viele Menschen haben häufig nur egoistische Ziele, wie zum Beispiel viel Reichtum anzuhäufen. Ein solches Ziel verliert nach Erreichung – obgleich die meisten Reichen unersättlich sind – seine vormalige Sinnhaftigkeit. Besonders wenn ich erkennen muss: wichtige Dinge im Leben sind nicht käuflich wie Liebe, Freundschaft, Weisheit und Erkenntnis! Sinnhaftigkeit sollte also immer irgendwie mit diesen Begriffen zu tun haben und den Erkennenden in seiner Liebe und Freundschaft weiter zur Weisheit bringen der Welt ein ideeller Spiegel zukünftiger Veränderung zu werden bzw. schon jetzt zu sein!

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