Ruhe auf der Flucht…

Hamsterrad2… lautet der Titel des neuen Romans von Joachim Geil, der gestern aus seinem neuen Buch las. Der Aufhänger für diesen Beitrag ist ein Satz aus dieser seiner Lesung, der sich in meinem Gedächtnis verhakt hat. Er lautet: “Hat nicht jede Vergangenheit die Gegenwart fest im Griff?“ Den Satz muss man erst einmal sacken lassen um ihn zu verstehen – wenigstens ansatzweise. Andere mögen einwenden, er wäre doch offenkundig und nicht schwer zu verstehen. Natürlich hat alles mit allem zu tun und wir befinden uns seit dem Urknall – dessen Ursache wir nicht kennen – in einer gigantischen Kausalitätskette, die auch Dich und mich hervor gebracht hat. Natürlich sind wir alle „nur“ die Summe all unserer Erfahrungen, hat auch uns unsere persönliche Vergangenheit gegenwärtig fest im Griff. Gut, wer da noch fest im Sattel sitzt und eine gute Figur macht. Irgendwie kommen wir nicht raus aus dieser Realität, die eine Verkettung von Zufällen und/oder Gesetzmäßigkeiten sein mag, jedenfalls dominiert sie uns und der Grad der Freiheit, der daraus resultiert, ist kleiner, als wir uns vielleicht vorstellen. Keiner kann aus seiner Haut, seine Identität abstreifen. Wir alle tragen diesen Sack an guten und schlechten Erfahrungen mit uns herum und definieren uns darüber. Dabei könntest Du auch ganz anders sein – wolltest Du das nicht immer?! Wer da anfangs aufs falsche Gleis gesetzt wurde – Schule, Ausbildung, Ehe usw. -, der wird Schwierigkeiten haben dem festen Griff dieser seiner Vergangenheit zu entrinnen um sich neu zu erfinden! Auch wenn ich kein Anhänger des Bildungsbürgertums bin, möchte ich hier kurz den Schluss des Gedichtes „Selige Sehnsucht“ unserer Bildungsbürgerikone Johann Wolfgang von Goethe zitieren:

„Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!
Bist du nur ein trüber Gast
Auf der dunklen Erde.“

Mit anderen Worten: Solange Du Deine alte Haut oder Identität nicht abstreifen kannst, kannst Du nicht neu werden. Die Frage ist nur: Ist das überhaupt möglich? Nun, Katharsis (griechisch κάθαρσις „Reinigung“) sollte wenigstens möglich sein.

BanksyDamit wird man seine inneren Konflikte los und das ist immerhin eine gute Ausgangsposition um neu durchstarten zu können. Begebe Dich darauf in eine neue Umgebung und taufe Dich selbst um – d. h. ein neuer Vorname reicht dabei schon. Vielleicht kennt der eine oder die andere den Anders-Tag, wo man z. B. einmal pro Woche alles anders macht als gewohnt. Rechtshänder machen an so einem Anders-Tag alles mit der linken Hand usw., also keine Routine, vielmehr das Gegenteil ist gefragt – und das ist anstrengend und gleichzeitig erfrischend neu. Du hast in der Regel keine Ahnung was tatsächlich noch alles an Potential in Dir steckt und viele werden das wohl häufig nie heraus finden, weil sie immer in der Masse schwimmen und die Masse ist bekanntlich: t r ä g e ! Übrigens hat auch dieser Beitrag direkt oder indirekt (entscheide selbst) mit der Sinnfrage zu tun – auch diese Sinnfrage hat Deine Vergangenheit fest im Griff, gegenwärtig und zukünftig! Bist Du deshalb nur ein Spielball und willst das nicht wahr haben? Kommst Du nicht einmal aus Deiner alltäglichen Rolle heraus, die Du Dir nicht einmal selbst auf den Leib geschrieben hast – bist Du etwas fremdbestimmt und merkst es nicht?! Dann kann Dir vielleicht ein guter Guru oder Psychiater helfen, ich stehe leider für derlei Aufgaben nicht zur Verfügung. Es soll reichen dass ich hier diese seltsamen Beiträge schreibe, die wahrscheinlich nur von Paradiesvögeln (wie ich selbst einer bin) gelesen werden. Leider kann ich Euch vor lauter Bodennebel im Cyberspace nicht sehen und hier nur weiter diese Flaschenpost ins Meer der unbegrenzten Möglichkeiten werfen – es wird Zeit das wir mehr davon nutzen. Deshalb mach doch morgen mal einen Anders-Tag und teile mir dann Deinem neuen Vornamen mit und was Dir dieser Anders-Tag an neuen Möglichkeiten (auch bei der Lösung Deiner persönlichen Sinnfrage) gebracht hat. Ich wünsche schon einmal ein schönes Anders-Wochenende,

9a500-frank2herzlichst

yours frankly

Frank

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