Im Augenblick ankommen…

Artpool2Darin besteht für mich die höchste Kunst des Seins und im Sein steckt der intuitive Sinn! Paradox!? Im Hinblick auf dieses Sein in der Gegenwart stellt sich die Sinnfrage so: Wie kann ich den Sinn der gegenwärtigen Situation entdecken um ihm danach gerecht werden zu können? – ohne erst zu warten, bis diese Situation zur Vergangenheit geworden ist und ich meine ihren Sinn intellektuell erfassen zu können.

BunteWeltLogoWenn Ihr versucht in dem, was jetzt passiert, den Sinn zu erkennen, wird euch das meist nicht gelingen. Im Allgemeinen wird der Sinn erst im Rückblick sichtbar, während die Gegenwart euch am nächsten liegt, ist sie doch das Undurchschaubarste von allem. Ihr steht in Prozessen mit einer längeren Vorgeschichte und mit künftigen Auswirkungen, d. h. alles hängt irgendwie miteinander zusammen als ein komplexes System. Die Prozesse erschließen ihren Sinn, wenn man sie im Ganzen überschaut. Im Hier und Jetzt habt ihr die Anfänge kaum im Blick. Noch weniger könnt ihr wissen, was an Wirkungen, Nebenfolgen, möglichem Nachhall in der Zukunft geschehen wird. Erst wenn sich das enthüllt haben wird, kann sich der Sinn zeigen.

Im Jetzt seht ihr in erster Linie euch und das, was ihr im Begriff seid zu tun. Das trübt nicht nur den Blick auf Vergangenheit und Zukunft, sondern auch auf euer Umfeld, auf andere Menschen und Gemeinschaften, andere Zusammenhänge, Tiere, Pflanzen usw., könnt ihr doch keine Vogelperspektive einnehmen; euer Blick reicht nur bis zu einem gewissen Punkt, der Rest verschwindet im Nebel…

Die Frage nach dem Sinn der Gegenwart richtet sich also weniger auf intellektuelle Erkenntnis und bedeutet vielmehr: Aus der Vergangenheit heraus eine Lebenshaltung aufzubauen, die es euch ermöglicht die Zukunft bewusst sinnvoll zu gestalten und gleichzeitig im Augenblick den intuitiven Sinn zu erfassen. Anders vermag ich das jetzt nicht zu formulieren, auch wenn es dem einen oder der anderen noch „paradox“ erscheinen mag. Es geht um die Orientierung und Stabilisierung einer Lebenshaltung angesichts all des Negativen allerorten, mit dem wir tagtäglich durch die Medien konfrontiert werden. Durch das Erfassen des intuitiven Sinns tritt die nötige Stabilisierung im Augenblick ein und lässt dich die Richtung halten. Diese Intuition wird mit etwas Geduld deinen Geist, dein Gefühl und deinen Willen durchdringen – sie erfordert nur etwas Übung.

Der erste Schritt dazu ist, dass ihr euch klar macht: „Leben“ heißt „begegnen“. Jeden Tag begegnen euch allerlei Menschen, Situationen, Gesagtes, Gelesenes, Natur, Wetter und auch Probleme aller Art. Die Grundfrage des sinnvollen Verhaltens stellt sich vor allem, wenn ihr euch herausgefordert, in Frage gestellt, in eine problematische Situation verstrickt seht – häufig in einem befremdlichen, beängstigenden, bedrohlichen Zusammenhang, in dem es richtige und falsche, lichte und dunkle Handlungsalternativen gibt. Also das Leben fragt. Was du als Schicksalsschlag und Problem betrachtest, ist eine Frage an dich. Wie antwortest du darauf?

blindBlues2seeSolange du das Leben fragst, stehst du immer hilflos da. Kehre das um: „Das Leben fragt mich etwas, und jetzt ist es an mir, zu antworten“. Es kann sein, dass das Leben mal ganz leise bei mir anklopft und ein bisschen fragt: „Hör mal, wie ist das?“ Hörst du einfach weg – „sei still, bleib draußen, ich habe keine Lust, keine Zeit, es interessiert mich nicht“ -, dann kann es geschehen, dass das Leben seine Stimme etwas erhebt und deutlicher fragt: „Hör mal, wie ist das eigentlich damit?“ Und irgendwann wird das Leben vehement, tritt dir die Tür ein und steht dann mitten in deinem Zimmer und ruft: „Und jetzt frage ich dich zum letzten Mal: Wie ist das?“ Das nennst du dann eine Krise oder einen Schicksalsschlag, eine Katastrophe oder auch ein Riesenproblem.

Erinnere dich, dass dieselbe Frage schon einmal anklang, aber etwas feiner, doch sie war dir ungelegen, du hattest einmal wieder keine Lust dich damit auseinander zu setzen. Dann kommt es eben so, dass du dem Antworten nicht mehr ausweichen kannst. Das ist das Spiel des Lebens. So gesehen sieht dein Leben im Rückblick vielleicht gar nicht mehr so dramatisch aus, sondern hat fast schon ein wenig Humor. Es bekommt bei aller Brisanz zumindest einen kleinen humorvollen Schlenker. Wenn ihr den wahrnehmt, könnt ihr euch eines gewissen Lächelns nicht erwehren; ihr verliert euren Humor nicht mehr oder findet ihn wieder. Humor ist ein Überlebensmittel und den Sinn dieses Humors dürft ihr intuitiv erfassen und in ein befreiendes Lachen ausbrechen…

In diesem Sinn wünsche ich euch ein gutes Ankommen im Augenblick, Hier & Jetzt,

9a500-frank2

herzlichst

yours frankly

Frank

Nachsatz & Hinweis des Anti-Gurus: Was ich hier schreibe erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit und könnte trotzdem in Ausnahmefällen bei Ausnahmemenschen zutreffen – auch wenn mir der Mensch bzw. die Menschheit weiterhin ein Rätsel ist. Einige Menschen dieser ach so großartigen Menschheit haben sich befreit oder erscheinen wenigstens so. Einige unter ihnen suchen sich Schüler, ungeachtet der Worte Nietzsches: „Was, du suchst Anhänger? Ja wenn du dich zehn-, hundert-, tausenfach multiplizieren möchtest, dann – suche Nullen!“ Wenn du darüber nachdenkst, merkst du, daß jedes System der (Selbst-) Befreiung nur einmal, nur für ein Individuum anwendbar ist. Sei mir darum, du Ausnahmemensch, nochmals herzlichst gegrüßt und sei ob dieses Hinweises nicht betrübt…

yours frankly

Frank

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4 Gedanken zu “Im Augenblick ankommen…

  1. Jetztbin ich an der Reihe zusagen: genial! Das Leben hat bei mir angeklopft undgesagt: „Lass dir diese Gedanken nicht entgehen, sie geben dir Antworten auf Fragen, die du mir immer wieder stellst“ Ich hab mal auf das Leben gehört und es hatte recht: Leben heißt Begegnen – schöner kann man es nicht sagen! Zum Humor steuer ich dann noch einen eigenen Aphorismus bei: „Humor ist das Steuerrad, das dem Kurs des Lebens eine Richtung gibt“
    In diesem Sinne liebe Grüße von Ulla

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