Zen und die Kunst des Bogenschießens…

Diese kleine Schrift des deutschen Professors Eugen Herrigel aus dem Jahr 1948 habe ich vor mehr als drei Jahrzehnten begeistert gelesen und das Büchlein vor wenigen Tagen erneut bestellt um es einem Freund zu schenken – diesem hatte ich kürzlich schon einen Sportbogen geschenkt, jetzt folgt quasi der geistige Unterbau hinterher. Herrigels Büchlein war auf Deutsch und 1953 in englischer Übersetzung erschienen und so erfolg­reich, daß es bereits 1956 ins Japanische über­setzt wurde. Eugen Herrigel (1884–1955) hielt sich von 1924–1929 in Japan auf und er lebte dort vor allem in Sendai, wo er als Gast­professor für deutsche Philo­sophie an der dortigen Universität (wahrscheinlich auf Deutsch) Vorlesungen hielt. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts fing mit dem Kultbuch „Zen und die Kunst sein Motorrad zu warten“ eine ganze Serie von „Zen und die Kunst des…“ an. Ich selbst habe damals auf Zypern einen unvollendeten Roman mit dem Titel: „Zen und die Kunst des Reisens“ angefangen zu schreiben. Auf meinen Reisen habe ich dann hin und wieder von der Anfangsgeschichte dieses Zen-Reiseromans erzählt und alle sagten mir: „Du mußt die Geschichte fertig schreiben! Ich nehme in jeden Fall ein Exemplar!“ Aber mit dem Romanschreiben ist das so eine Sache, sie erfordert viel Konzentration und darüber hinaus muß man sich während des Schreibens ganz von der Welt zurück ziehen. Das gelang mir immer nur zeitweilig. Will das Leben doch zuerst gelebt werden und erst hinterher kann man darüber schreiben – oder es auch sein lassen. Übrigens hat all das hier direkt oder indirekt mit der Sinnsuche zu tun und kommt deshalb auf diese kurzweilig-plaudernde Art daher ohne belehren zu wollen…

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Im Augenblick ankommen…

Artpool2Darin besteht für mich die höchste Kunst des Seins und im Sein steckt der intuitive Sinn! Paradox!? Im Hinblick auf dieses Sein in der Gegenwart stellt sich die Sinnfrage so: Wie kann ich den Sinn der gegenwärtigen Situation entdecken um ihm danach gerecht werden zu können? – ohne erst zu warten, bis diese Situation zur Vergangenheit geworden ist und ich meine ihren Sinn intellektuell erfassen zu können.

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Gegen geistigen McDonalds Fraß…

SunsetModickNachts um halb drei bin ich aufgestanden, gehe ich doch immer (meistens) früh zu Bett. Ein amerikanisches Sprichwort sagt: “Early to bed and early to rise makes a man healthy, wealthy, and wise.” Ich liebe diese frühen Stunden des Tages, wenn die meisten Menschen im Umkreis noch schlafen und quasi nicht anwesend sind. Zu viele Menschen sind mir heute ein Graus, besonders jene Massen als Phänomen der Groß- und Megastädte, die ich deshalb heute nie (im Gegensatz zu früher) lange ertrage. Ich wohne etwas seltsam in einem Industriekomplex mit einer wunderbaren Aussicht auf die grüne Natur, nur von meinem „Living Room with a green View“ muss ich durch ein paar Gänge und eine Halle laufen um in die Küche zu kommen. Dort mache ich mir dann eine Kanne Kaffee und mein Müsli, gehen dann mit diesen Frühstücksutensilien zurück in mein Mehrzweckzimmer und frühstücke dort. Ich schaltete das Radio ein und hörte die 3-Uhr-Frühnachrichten auf Deutschlandradio Kultur. Der Nachrichtensprecher berichtet mit seiner emotionslosen, weil sachlichen Stimme von einem Anschlag in Frankreich am gestrigen Nationalfeiertag. Bei dem Anschlag in Nizza sind viele Menschen durch einen Selbstmordattentäter getötet oder verletzt worden, der mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast war. Daraufhin schaltete ich das Radio wieder aus, ist es doch wichtig seinen Geist nicht mit all dem geistigen Müll, mit all der Negativität und Destruktivität der Welt und ihrer Nachrichten zu vergiften. Nicht nur bei der Nahrung, auch bei der geistigen Kost sollte man achtsam und sehr selektiv sein! Ich empfehle gute Bücher und das Schicksal spielt uns häufig gute geistige Kost zu. Ich habe da auch so meine Orte, wo ich leicht fündig werde. Gestern fand ich an einem solchen Ort in Thale (dem Geburtsort von Theo Löbsack) ein Buch eines mir zuvor unbekannten deutschen Schriftstellers namens Klaus Modick mit dem Titel „Sunset“. Es ziert ein schönes, sepiafarbiges Umschlagbild mit einer kalifornischen Palmenallee im Abendlicht. Auf der Vorsatzseite steht

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