Wir stehen auf dem Rücken von Riesen…

PicassoFrauAlle Kultur und Wissenschaft baut darauf auf, auf dem Erbe dieser verstorbenen Geistesriesen, jener Ausnahmemenschen, die Wissenschaft und Kultur immer weiter brachten. Alle Welt benutzt High-Tech-Geräte wie den Computer, sein iPhone usw., aber wer weiß schon wie all diese Dinge funktionieren. Wie aber funktioniert die Welt liebe Freunde, Feinde, Zeitgenossen, will ich EUCH heute doch auf einen größeren Spaziergang durch die Welt mitnehmen und verspreche schon einmal: es wird sich lohnen! Immerhin mache ich mir all diese Mühe hier unentgeltlich und allein um der Erkenntnis willen, einer Art Wahrheit, die Euch bekanntlich frei machen wird – so lautet perverser weise auch die Inschrift in der Eingangshalle des CIA -Hauptquartiers zu Langley/Virginia (siehe Joh. 8,32.). Bevor wir aber mit dieser, hier sei schon einmal gewarnt, desillusionierenden Wahrheit über das Treiben des Homo sapiens anfangen und seiner Frage nach dem Sinn des Lebens, möchte ich einen netten Witz erzählen:

Treffen sich zwei Planeten im Weltall. Sagt der eine zum anderen: „Du siehst aber schlecht aus. Fehlt dir was?“ Worauf der Zweite antwortet: „Ach mir geht’s gar nicht gut. Ich habe Homo sapiens.“ Tröstet ihn der andere: „Mach dir keine Sorgen. Hatte ich auch mal. Das geht wieder vorbei…“

Clockwork_orangePosterDiese Erkenntnis ist für mich tröstlich, hat dieser „Witz“ doch Tiefgang! Immerhin leben wir in einer seltsamen Epoche der menschlichen Evolution, die nach der digitalen Revolution die Überschätzung des Großhirn-Wesens namens Homo sapiens samt seiner externen (Groß-)Rechner nochmals extrem steigerte. Da ich nun schon einige Jahrzehnte auf „Terra Titanic“ lebe – ich stamme tatsächlich vom „Grünen Planeten“ und warte auf meine baldige Rückholung -, wird es Zeit auch in Sachen Homo sapiens und seiner Suche nach dem Sinn* ein Resümee zu ziehen. Ich werde dafür aus einem Buch von Theo Löbsack zitieren mit dem Titel: „Versuch und Irrtum – Der Mensch: Fehlschlag der Natur.“ Zum damaligen Zeitpunkt war auch der Report des Club of Rome über die Grenzen des Wachstums erschienen und die Weltbevölkerung war 1974 nur halb so groß wie heute – zirka 3,5 Milliarden! Ich war damals noch Nihilist und vergleichbar jenem Alex aus dem Film „Uhrwerk Orange“ (Originaltitel: A Clockwork Orange) von Stanley Kubricks – einer Verfilmung des gleichnamigen Zukunftsromans von Anthony Burgess. Ich hatte damals auf Terra Titanic die Erfahrung machen müssen, aus schlechten Erfahrungen mehr zu lernen als aus guten. Deshalb zog ich damals los um gezielt negative Erfahrungen zu sammeln – verrückt nicht!?! -, und landete zwangsläufig in einer Jugendstrafanstalt. Später las ich dann in jener „Anstalt“ Mitte der siebziger Jahre in der deutschen Playboy-Ausgabe einen Essay von Theo Löbsack über den Menschen als Fehlschlag der Natur und schrieb daraufhin einen Leserbrief. Dieser wurde tatsächlich in der Folgenummer des deutschen Playboys abgedruckt und ist quasi der Anfang meiner publizistischen Laufbahn gewesen. Damals wusste ich noch nicht, dass ich Jahrzehnte später einmal mit Theo Löbsack korrespondieren würde. Heute wohne ich nur ein paar Kilometer von seinem Geburtsort Thale entfernt Jetzt zitiere ich aber der Einfachheit halber aus seinem Buch „Versuch und Irrtum – Der Mensch: Fehlschlag der Natur“, und mit dem „Organ“ ist unser Großhirn gemeint:

„Einst ein Organ mit der Funktion, die Überlebensaussichten seiner Träger im Daseinskampf zu erhöhen, ist das Großhirn mittlerweile zum Katastrophenorgan geworden, dem es nicht mehr gelingen will, seine eigenen Werke unter Kontrolle zu halten, um sie mit den Lebensgrundlagen auf der Erde in Einklang zu bringen. Übermaß gewucherte, von ihrer knöchernen Schale nur mühsam an weiterer Ausdehnung gehinderte Masse ist in der Tat den ins riesenhafte gewachsenen Leibern der Dinosaurier vergangener Zeiten vergleichbar geworden – Tiere, die vor sich selber kapitulieren mussten. Gigantismus zahlt sich auf der Erde offenbar nicht aus, weder der des Körpers noch der des Geistes. Das gewaltig entwickelte Großhirn mit seinen allzu raschen Erkenntnisgewinn, das seinen Trägern bei neuen Erkenntnissen auch noch Lustgewinn bescherte – es hat lauter Aktionen provoziert, die für den Menschen auf lange Sicht nur tödlich verlaufen können. Das Danaergeschenk der Natur, dieses lautlos im Kopf arbeitende Instrument von der Konsistenz frischen Ziegenkäses ist dabei, sich nicht mehr nützlich und überlebensgerecht zu verhalten. Wohin wir sehen auf der Erde – wir richten mit ihm mehr Unheil an als Heil.

Das Schlimmste, das Unbegreiflichste aber ist unser Stolz auf dieses Organ. Wir preisen wahlweise den Schöpfer oder die Natur, die uns mit ihm ausgestattet hat. Das Großhirn als Sitz des Geistes und der Seele, jene Kombination zweier gefurchter Halbkugeln aus grauer und weißer Substanz, die mehr als dreiviertel des gesamten Gehirns ausmachen – es kommt in der belebten Welt kein zweites Mal vor. Mit dem Großhirn, dem ‚Menschenhirn‘, haben wir unsere Sprache entwickelt, unseren Verstand geschärft und unsere Kultur geschaffen. Seinen Milliarden Nervenzellen verdanken wir unseren Rang unter den Organismen der Erde.

Der Mensch, so lernt schon das Kind, ist das höchstentwickelte Lebewesen. Warum? Weil nur er dank seines Gehirns fähig ist, bewusst zu leben und vernünftig zu handeln. Weil nur er Erfahrungen sammeln und sie mit Hilfe seiner Sprache und seiner Kommunikationsmittel weitergeben kann. Weil nur er über Leben und Tod nachdenkt und sich Ziele setzt. Die Tiere können das nicht. Ihr Hirn, soweit sie eines haben, reicht dazu nicht aus. Sie sind nicht fähig zu geistigen Höhenflügen.

Das alles hat uns stolz gemacht, aber auch überheblich. Denn allzu viel Grund zum Stolz haben wir nicht mehr, seit uns das gleiche Organ, dessen Leistungen wir bewundern, das Leben auf der Erde zunehmend schwerer macht, ja dieses Leben ernstlich bedroht. Hätte das Großhirn vor der Stammesgeschichte des Lebendigen bestehen wollen, so wäre es seine erste, seine vordringlichste Aufgabe gewesen, dem Menschen auf der Erde sein Überleben zu sichern. Stattdessen ärgern wir uns darüber, dass es uns nicht gelingt, die sogenannten Letzten Fragen* zu beantworten. Wir übersehen dabei ganz, zu welchem ursprünglichen Zweck das Gehirn einst entstanden war; dass es sich wie jedes andere Organ als Ergebnis von Auslesevorgängen gebildet hat. Dabei wurden neue, erfolgreiche Erbeigenschaften im zentralen Nervensystem damit belohnt, dass sie künftigen Generationen erhalten blieben, zum Beispiel die bessere Aufnahme und Auswertung von Sinneseindrücken. Die Beschäftigung wie der nach der Herkunft der Materie oder des Lebens hätte keinerlei Nützlichkeitswert für den Urmenschen gehabt. Wenn er einen Steppenbrand bekämpfen oder vor ihm fliehen musste, oder wenn er für seine hungernde Horde auf möglichst schnelle und erfolgreiche Weise Jagdbeute zu machen hatte, wäre ihm das Wissen um die Ursachen einer Spiralnebel-Bildung wenig hilfreich gewesen.

Dann aber – im Lauf der Jahrtausende – erwarb das Gehirn eine unstillbare Neugier. Es suchte und forschte und dachte nach, um die Fallgesetze und die Vererbungsgesetze zu entdecken, um die Stromlinienform herauszufinden und den Trick, mit dessen Hilfe man Atomkerne spalten kann. Es ruhte nicht eher, bis es die Sonne als einen von Milliarden anderen Sternen in der Milchstraße erkannt und den Menschen als ‚Gedanken Gottes‘ begreifen zu müssen glaubte. Es verwandte Zeit und Mühe auf die Beantwortung der Frage, woher die Energie und Materie komme und was nach dem Tode geschehe.

Statt sich der Welträtsel anzunehmen, für deren Lösung es nicht programmiert ist, statt sich in abstrakten Denkspielen zu ergehen und nach dem Sinn des Lebens zu fragen, hätte es besser konkrete existentielle Probleme lösen sollen. Bei all seiner geistigen Regsamkeit hätte es sich für ein ökologisches Verhalten des Menschen einsetzen und die Risiken einer ungezügelten Massenvermehrung rechtzeitig zu vermeiden lernen müssen. Statt seines urzweck-entfremdeten Treibens hätte es für ein integriertes Verhalten des Menschen in der Natur als dessen eigentlicher Heimstatt sorgen müssen.

Alles spricht dafür, dass es dafür jetzt zu spät ist. Der Versuch der Natur, mit dem Großhirnwesen Mensch einen auf lange Sicht erfolgreichen Erdbewohner zu schaffen, scheint gescheitert zu sein. Es war ein Irrtum. Der Mensch, der seinem Gehirn auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist, wird von der Erde wieder verschwinden und mit ihm das Organ, dem er seinen Aufstieg, aber auch seinen Untergang verdankt.“

ArtBlaseSeitdem Theo Löbsack diese Prognose machte sind mehr als vierzig Jahre vergangen und die Weltbevölkerung hat sich mehr als verdoppelt, ging der Raubbau an der Natur, das Artensterben u.v.m. weiter, und der teils überversorgte Mensch sucht weiter angesichts all dieser real existierenden Sinnlosigkeit nach dem Sinn des Lebens. Zeitverschwendung?! Dekadenz?! Unsere materielle und technologische Überlegenheit bzw. Überheblichkeit hat uns bei der Beantwortung dieser Letzten Fragen* nicht wirklich weiter gebracht, und vielleicht ist es wirklich müßig dies zu fragen?! Für einen Flüchtling aus dem desolaten Teil der Welt, der mit geliehenem Geld bereit ist das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, stellt sich diese Frage vielleicht kaum, ist er samt seinem Großhirn doch mit dem nackten Überleben vollauf beschäftigt. Die anderen, die Überversorgten, sind auch mit Ängsten ausgestattet und lenken sich davon mit Alkohol, Drogen und viel Unterhaltung ab. Wir leben wirklich in dekadenten (End-?) Zeiten und es wäre an der Zeit einen Teil der Menschheit zu erleuchten um das Ruder noch einmal herum zu werfen – auch wenn mein Schriftstellerfreund Dirk C. Fleck längst meint: Der Drops ist gelutscht!

Die Sommersonnenwende hat gerade stattgefunden und die Tage werden jetzt wieder kürzer – unser Leben gleichermaßen! Im Prinzip wissen wir alles schon, nur handeln wir nicht danach. Dabei sind wir doch so klug und gleichzeitig so dumm. Woran liegt es also?

Dies fragt in aller Einfalt Euer Freund & Zeitgenosse

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Frank

Postskriptum: Und zum Schluss singen EUCH Me, MySelf & I noch ein selbstgeschriebenes kleines Liedchen (Evil Power), wer weiß, wann wir einander einmal wieder hören…?! Link: https://youtu.be/uaF9toBe1KY

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3 Gedanken zu “Wir stehen auf dem Rücken von Riesen…

    • Ich bin da voll außen vor, ich hab den nie gelesen, obgleich mir Frank eines seiner Werke vermachte, das sehr interessante Vermerke/Notizen vom ehemaligen Besitzer (wer auch immer das war?) enthält. Diese Aussage beruht jetzt aber nur auf einem kurzen Textscanning direkt nach der Übergabe. Seither habe ich keinen Blick mehr hineingeworfen, ich weiß den Titel nicht mal. Aber ich gelobe im nächsten Jahr Besserung in Sachen Bücherlesestunden. Das Jahr 2016 A.O.R. war bis zum Zeitpunkt dieses Kommentares (und wohl darüberhinaus bis zum Ende) mein persönliches „Ich hab kein einziges Buch gelesen“-Jahr. Angelesen einige, aber keines war darunter, dass meine Erkenntnissen aus der zweiten Realität des Daseins übertrumpfte, welches im Traum liegt. Das aber nur nebenbei.

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