Fortsetzung (Teil 4): Warum stellt sich dem Menschen die Sinnfrage?

Artpool4Religion und Glaube sind kollektive Sinnsysteme, die sich auf das psychologische Bedürfnis des Menschen nach Sinn, Ordnung, Erklärung und Gemeinschaft gründen. Es gibt die unterschiedlichsten Religionen, angefangen beim animistischen Typ bis hin zur Vielgötterei – z. B. dem Hinduismus. Letztere wären „gewachsene“ Religionen, dann gibt es natürlich die gestifteten Religionen wie den Islam, das Christentum oder den Buddhismus – die jeweiligen Religionsstifter dürften allgemein bekannt sein! Anthropologie (altgriechisch ἄνθρωπος (ánthrōpos) bedeutet „Mensch“, und -logie in diesem Zusammenhang dann Menschenkunde. Anthropologie ist deshalb ein wichtiger Bereich um hinter das „Geheimnis“ des Menschen (also auch meiner selbst!) zu kommen. Immerhin vereinen uns Menschen doch über alle kulturellen und ethnischen Unterschiede hinweg menschenspezifische Gemeinsamkeiten wie der „Wille zum Sinn“, d. h. auch zum religiösen Sinnsystem = Glauben! Glauben setzt aber immer einen Willensakt voraus, der häufig willkürlich ist, d. h. ich glaube nur das, was ich glauben will. Mit anderen Worten: Glauben ist Wunschdenken! – Religionen wären dann „Vereinigungen für kollektives Wunschdenken“…

BahnSchneckeDurch unsere spezifisch europäische Entwicklung der Aufklärung wurden wir in den westlichen Industrieländern zumeist zu ungläubigen Individualisten – was in der Regel auch auf einen ausgeprägten Egoismus und gleichzeitig einen Zerfall von intakten Gemeinwesen in größeren Städten beinhaltet! Die „Normalität“ nicht mal mehr seine Nachbarn im selben Haus zu kennen ist typisch für diese kranke Entwicklung in den urbanen Gesellschaften! Vereinzelung indes macht auf Dauer krank und der Wunsch nach Sinn und Gemeinschaft wird unter solch negativen Umständen ggf. umso stärker. Der Wunsch nach Liebe (und Freundschaft) ist nichts anderes als die eigene Alleinsamkeit mit der eines anderen Menschen zu verschmelzen umso nicht mehr allein sein zu müssen. Aber auch hier gibt es das Versagen des „gemeinsam einsam Seins“! Auch die digitale Entwicklung der sozialen Medien á la Facebook und der diversen Partnervermittlungsplattformen des Internets sehe ich als eine ungesunde Form des humanen Miteinanders. Grundvoraussetzung für wirkliche Gemeinsamkeit ist es jedoch unter der eigenen Alleinsamkeit nicht mehr zu leiden und diese als Teil der sog. conditio humana anzuerkennen. Unter der conditio humana versteht man allgemein die Bedingung des Menschseins und die der Natur des Menschen, d. h. in unserem speziellen Fall die individuelle Vereinzelung des Menschen innerhalb seiner körperlich-biologischen und psychischen Grenzen. Ich persönlich meine auch einen Zusammenhang zwischen einem gestörten Urvertrauen und einer daraus resultierenden starken Sinnsuche entdeckt zu haben, wobei mir eine kleine Geschichte in den Sinn kommt, die ich hier kurz erzählen möchte: Ein junger Mann aus einem reichen westlichen Industrieland bereiste Indien auf der Suche nach einem Lebenssinn und einem geeigneten Sinnlehrer = Guru. Eines Tages traf er auf den richtigen Guru mit langem weißen Bart und schelmisch leuchtenden Augen. Dieser Guru sagte auf Englisch zu unserem jungen Mann: „The only Problem that you´ve got is yourself.“

Tatsächlich sind die meisten Probleme ein Resultat unseres Egos und wer es lernt sein Ego zu relativieren wird dadurch gemeinschaftskompatibel und zur echten Liebe und Freundschaft befähig!

FREEBoliviaSheldon Bernard Kopp (1929-1999) war ein US-amerikanischer Psychotherapeut und Sachbuchautor, der unter anderen Bücher mit treffenden Titeln wie: „Triffst du Buddha unterwegs – Psychotherapie und Selbsterfahrung“, oder „Der Taschendieb und der Heilige – Spiele der Selbsttäuschung“ schrieb. Wir Menschen haben eine Begabung zum Selbstbetrug – leider auch bei der Sinnsuche und häufig geht es uns nur darum uns auf intelligente Weise selbst auszutricksen um unsere verborgenen Ängste (z. B. vor Tod & Verlust) zu beschwichtigen. Wir sollten uns darum immer wieder selbst hinterfragen mit dem Satz: „Mache ich mir selbst etwas vor?“

Mit dieser Frage lasse ich dich jetzt für einige Stunden, Tage, Wochen allein und erwarte irgendwann eine Antwort in Kommentarform darauf,

9a500-frank2herzlichst

yours frankly

Frank – Fortsetzung folgt!

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